Hörsystemakustiker Berufsportrait

  • 17. November 2022

Was macht eigentlich ein Hörgeräteakustiker den ganzen Tag? Und wie kommt man dazu? Der Beruf des Hörsystemakustikers birgt jeden Tag neue Abenteuer.

Ein zu Unrecht unbekannter Beruf

Jeder Kunde und jedes Ohr sind unterschiedlich. Jede Person verarbeitet Geräusche und Töne, welche uns umgeben, anders und hat entsprechend differenzierte Ansprüche. Es gleicht kein Tag dem anderen. Zudem entwickelt sich die Technik rasant weiter und es kommen stetig neue spannende Hörprodukte auf den Markt. Ein Hörsystemakustiker liebt Abwechslung, spannende Kunden, Gadgets und kleine Technikwunder – und will vor allem den Menschen mehr Lebensqualität durch besseres Hören schenken! Bei einem so vielfältigen Beruf sind wir immer wieder überrascht, wie unbekannt er doch ist.

Wie wird man Hörsystemakustiker?

Seit 2015 gibt es in der Schweiz die Ausbildung «Hörsystemakustiker/in EFZ». Dabei handelt es sich um eine dreijährige Lehre. Die Auszubildenden besuchen die Berufsschule in Olten und erarbeiten sich die Praxis dazu im Lehrbetrieb. Nach der Grundausbildung gibt es die Möglichkeit, sich zum «Hörsystemspezialist/in mit eidg. FA» weiterzubilden. Bis 2015 war dies nur über eine Zweitausbildung möglich, bei welcher man den Fachausweis bzw. Meisterbrief (DE und AT) erwarb. Deshalb haben die meisten Hörgeräteakustiker in der Schweiz ursprünglich einen anderen Beruf gelernt. Oft sind es Optiker, die sich dazu entschliessen, Akustiker zu werden.

Die Aufgaben

Hörsystemakustiker beraten Kunden mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen des Gehörs. Sie messen den Hörverlust und bieten individuell angepasste audiologische Produkte an und verbessern damit die Hörleistung und den Hörkomfort. Zu diesen Produkten gehören neben Hörgeräten und deren Zubehör auch Gehörschutzprodukte und weitere Dienstleistungen. Wir tauschen uns mit behandelnden Ohrenärzten aus und helfen unseren Kunden bei der Abrechnung mit der Sozialversicherung. Einmal das passende Produkt gefunden, widmen wir uns dem Service und der Nachbetreuung unserer Kunden. Wir informieren über Zubehör, wie Apps oder Verbindungsgeräte zum Fernseher. Und wenn die Produkte nicht mehr einwandfrei funktionieren, führen wir die nötigen Reparaturen durch.

Arbeitsalltag

Ein typischer Tag eines Hörsystemakustiker beginnt mit der Beratung von Kunden. Die Begleitung eines Kunden durch den ganzen Prozess, vom Hörtest bis hin zum fertigen Hörgerät, ist eine grundlegende Aufgabe eines Hörsystemakustikers. Beim ersten Kontakt mit einem Kunden geht es in einer individuellen Beratung um die persönliche Gehörsituation und die eigenen Ansprüche. Unter Berücksichtigung der Alltagsroutine wird daraufhin nach einer passenden Hörlösung gesucht.

Wird ein Hörgerät nach einem Hörtest in Bestellung gegeben, wird zunächst ein Abdruck vom Ohr und des Gehörgangs des Kunden gemacht. Die Überprüfung und Ausbesserung des Abdrucks steht in der Verantwortung des Hörsystemakustikers. Der Umgang mit Messinstrumenten und die geschickte Nacharbeitung des Abdrucks sind hierbei besonders wichtig.

Nachdem das Ohrpassstück erfolgreich von einem 3D Drucker gedruckt wurde, geht es weiter mit der Aufklärung des Kunden bezüglich der Anwendung und Reinigung des Geräts. Schliesslich steht auch die regelmäßige Wartung von Hörgeräten auf der täglichen To-do-Liste.

Welche Kompetenzen/Stärken sind wichtig für diesen Beruf?

Voraussetzung für die Ausbildung zum Hörsystemakustiker ist eine abgeschlossene Volksschule. Neben dem Abschluss sind auch gute Noten in den Fächern Mathematik und Physik von Vorteil. Ausserdem sind handwerklich-technisches Geschick, Interesse am Themengebiet und ein selbstbewusster Umgang mit Kunden zielführend.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Hier finden Sie unsere offenen Stellen.

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